- Chemiefaser, Frauenarbeit und DDR-Alltag in Mitteldeutschland
- Welche Geschichten stecken in Stoffen, Schichten und Produktionshallen?
- Wer wurde sichtbar gemacht – und wer blieb unsichtbar?
- Und welche Spuren hinterlässt Produktion in Körpern und Landschaften?
Für eine Ausstellung zur Kulturgeschichte der Chemiefaser in Mitteldeutschland in der Willi-Sitte-Galerie suchen Studierende des Masterstudiengangs angewandte Medien- und Kulturwissenschaft der Hochschule Merseburg künstlerische Positionen. Der Call richtet sich explizit an Künstler:innen, Fotograf:innen, Designer:innen, Filmemacher:innen und Autor:innen sowie Wissenschaftler:innen und Forschende, die sich mit den sozialen, politischen und emotionalen Dimensionen von Chemiefaser- und Textilproduktion künstlerisch auseinandersetzen.
Inhalt: Die Geschichte der Chemiefaser in der DDR wurde lange als Fortschritts- und Industriegeschichte erzählt – häufig aus männlicher Perspektive. Zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, Narrative zu verschieben und Räume für andere Erinnerungen zu öffnen: für weiblich geprägte Arbeitsrealitäten, migrantische Lebenswelten sowie Perspektiven marginalisierter Personen. Erfahrungen von Fürsorge, Erschöpfung, Solidarität, Ambivalenz und Widerstand sollen in den Mittelpunkt rücken. Im Zentrum stehen die Lebens- und Arbeitswelten von Frauen in der Textil- und Chemiefaserproduktion sowie die Spuren dieser Geschichte bis in die Gegenwart (Mit dem Begriff Frauen sind ausdrücklich auch weiblich gelesene, weiblich codierte, queere und diverse Perspektiven angesprochen).
Gesuchte Arbeiten: Gesucht werden dokumentarische, recherchebasierte, materialbasierte, spekulative, partizipative oder politische Arbeiten zu Themen wie Arbeit von Frauen in der Textilproduktion, Vertragsarbeiterinnen, Gleichstellung in der DDR und Wendeerfahrungen. Auch Perspektiven auf Körper, Materialität und Arbeit, Umweltbelastungen durch die Chemiefaserproduktion sowie Kontinuitäten von Produktion und Ausbeutung bis in die Gegenwart sind für die Ausstellung relevant. Darüber hinaus kann Chemiefaser auch als Alltagsmaterial, Erinnerungsträger oder politisches Material untersucht werden.
Einreichungsformat: Zusendung folgender Unterlagen in Form einer PDF-Datei (max. 8MB):
- Konzept-/ Projektidee mit max. 3000 Zeichen
- Portfolio: bis zu 3 – 5 Arbeiten auf max. 12 Seiten
- Fertige Arbeiten und/oder Entwürfe
- CV: kurze Vorstellungssätze zur eigenen Person mit max. 2000 Zeichen
- Dateibenennung: Mischgewebe_Name_Vorname.pdf
Rahmenbedingungen:
- Ort der Ausstellung: Willi-Sitte-Galerie in Merseburg
- Ausstellungszeitraum: 15.12.2026 – 15.02.2027
- Einreichung bis: 09.08.2026
- Einreichung an: open.call-mischgewebe@proton.me
- Den teilnehmenden Künstler:innen wird ein Honorar in Höhe von 750€ (inkl. Produktionskosten) sowie eine Reisekostenpauschale geboten.
Der Veranstalter freut sich auf Arbeiten, die sich den Stoffen, Brüchen, Erinnerungen und Körpern dieser Geschichten annähern – und neue
Erzählungen sichtbar machen.
