XIV. internationales Pleinair auf Usedom 2027 im Atelier Otto Niemeyer-Holstein e.V. im September 2027

Einladung_Pleinair

Künstlerische und mitmenschliche Offenheit war bestimmend für die Atmosphäre im Haus Niemeyer-Holsteins und es entspricht dem Charakter und Wirken des Malers, wenn er schließlich in seinem Testament bestimmte, daß Lüttenort weiterhin ein Ort der Kunst und Kultur bleiben soll.

Diesem Vermächtnis entsprechend, richtet der Freundeskreis ONH, Lü.e.V. mit Hilfe des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Landkreises Vorpommern-Greifswald seit vielen Jahren Künstler:innentreffen aus. Insgesamt 87 Künstler:innen aus Argentinien, Norwegen, Russland, Schweden, Litauen, Polen Schweiz, Großbritannien, Chile, Iran, USA, Ukraine, Estland, Indien und Deutschland sind bereits dieser Einladung gefolgt und haben sich der Herausforderung: Pleinairmalerei gestellt. Das Meer, die Steilküste in Koserow, die Damerower Wiesen und der Wald, die Fischerhäfen an der Ostsee, die nahen Städte und das verschilfte Ufer des Achterwassers bieten im Zusammenspiel von Wolken, Wind und wechselnden Lichtverhältnissen immer wieder neue Eindrücke.

Die Künstler:innen, die sich bewerben, sollten wie Otto Niemeyer-Holstein „Bewunderer der sichtbaren Welt“ (Joachim John) sein, gegenständlich arbeiten können, um in der Lage zu sein, sich auf das Lokal: die Insel Usedom und das Künstleranwesen „Lüttenort“ einzulassen. Seine eigene Sprache fand Niemeyer-Holstein in der eingehenden Beschäftigung mit der Natur. Ihn interessierte das Destillieren von Momenten, von Atmosphäre.
Das Skizzieren und Malen draußen im Freien, direkt vor dem Motiv, erzeugt eine intime, unmittelbare Nähe zur Landschaft, die in einem Atelier kaum herzustellen ist. Der Zauber des Momentes, des einmaligen Eindrucks einer atmosphärischen Erscheinung bleibt erhalten.

„In der Malerei ist Licht nicht darstellbar, davon bin ich überzeugt. Auch hier spielt das „Als ob“ die entscheidende Rolle. Es gibt verschiedene Ansichten darüber, aber ich meine, Cezanne hat recht, daß die Farbe das Licht interpretieren muß. Arthur Segal machte mich darauf aufmerksam, daß die französischen Impressionisten oft Licht mit Farbe gleichgesetzt hätten, was zu großen Mißverständnissen geführt habe. Man muß die Luft als Maler sehen; ob man sie auch malen will, ist eine andere Frage. Aber es ist doch die Luft, die räumliche Gegebenheiten in natürliche Zusammenhänge bringt, sie ordnet und gliedert. Die Luft malen, das war nicht nur das Problem der Impressionisten, diese darauf zu begrenzen heißt zugleich auch die Impressionisten nicht richtig begreifen. Mit dem Problem der Luft wird sich jeder Maler auseinandersetzen müssen, besonders wenn er in die Landschaft geht.“ Otto Niemeyer-Holstein in Lüttenort, Berlin 2019 S.276ff